Die Angedacht!-Manuskripte vom 20. bis 25. April 2026

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Drei Hasen, Dreifaltigkeit: für- und miteinander!

Montag, 20. April 2026, 6:40 Uhr

"Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei": so lautet ein Rätsel-Vers, der beschreibt, was Ihr sehen könnt im Paderborner Dom im spätgotischen Kreuzgang: drei Hasen, zu einem Kreis verbunden an den Ohren so, dass Ihr den Eindruck habt, jeder Hase hat genau die zwei Löffel auf dem Kopf, die Hasen nun mal haben. Müssten also nach Adam Riese sechs Hasenohren ergeben, aber wenn Ihr durchzählt, kommt Ihr nur auf drei. Denn die Hasen "teilen" sich die Ohren: das rechte Ohr des einen gehört zugleich dem Hasen hintendran als linker Löffel. Das ist schon ein tolles Stück, schaut's Euch mal an im Netz! Hinter der Hasen-Löffel-Spielerei steckt allerdings Mordstiefsinn. Denn die so schelmisch verbundenen Hasen sollen ein Bild sein für die Dreifaltigkeit, also den christlichen Glauben daran, dass Gott zwar einer ist und einzig, aber in drei "Personen" da ist, wie's so schön heißt, in drei Seins-Weisen: als Vater, Sohn und Heilige Geistkraft - wie die Bilder dafür lauten. Damit Ihr dabei keinen Knoten ins Hirn kriegt, ist damit übersetzt etwa gemeint: Gott ist kein statischer, steifer, starrer Block – sondern in sich schon lebendig und ein Miteinander, ein Gemeinsames und ein Zusammen, und zeigt so, wie und wofür wir Menschen ebenfalls da sein sollen: füreinander, miteinander, zusammen. Oder – was glaubt Ihr?


Thema: Jesus auf der Spur: Gemeinsam unterwegs – auf!

Dienstag, 21. April 2026, 5:40 Uhr

Wie's wohl den beiden Jüngern Jesu gegangen sein mag, die vor rund 2000 Jahren völlig frustriert unterwegs waren auf dem Rückweg von Jerusalem nach Hause nach Emmaus? Völlig frustriert, weil sie so sehr auf Jesus gesetzt hatten, den Zimmermannssohn aus Nazareth; mit dem sie durchs Land gezogen waren, um das Evangelium, die frohe Botschaft zu verkündigen und vorzuleben: dass das Reich Gottes ab sofort angebrochen ist – und nicht mehr die finsteren und gewalttätigen Mächte dieser Erde das Sagen haben. Doch dieser Jesus war gerade hingerichtet worden in Jerusalem am Kreuz wie ein kapitaler Schwerstverbrecher. Ohne sich zu wehren – und auch eigentlich, ohne sich wirklich zu verteidigen. Als gäbe es nix zu verteidigen. Und himmlische Heerscharen zum Dreinschlagen – nein, weiß Gott, das war von Anfang an nicht sein "Style". Doch unterwegs gesellt sich Jesus zunächst unerkannt zu ihnen. Spricht mit ihnen über die Ereignisse in Jerusalem und führt sie ganz sachte zu neuen Einsichten, bis er sogar das Brot mit ihnen teilt und sie erkennen: Jesus lebt! Ein wichtiger Hinweis der Bibel darauf, wie Ihr Jesus auf die Spur kommen könnt, wie Gott selber sich zeigt: Wenn Ihr Euch auf den Weg macht und mit anderen gemeinsam unterwegs seid! (Auf!)


Thema: Auferstehung: Ewig aufgehoben im großen Jetzt Gott?

Mittwoch, 22. April 2026, 5:40 Uhr

Was ist das eigentlich – Auferstehung? Könnt Ihr Euch nur sehr schwer vorstellen? Und dran glauben – noch schwerer? Lasst's mich mal so probieren. Wir leben immer nur im Jetzt. Denn die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft noch nicht da. An die Vergangenheit erinnern wir uns, die Zukunft erwarten wir, doch wir leben immer nur jetzt. Und dann isses auch schon wieder vorbei, das Jetzt. Doch wundersamerweise finden wir uns im nächsten Moment schon wieder im nächsten Jetzt. Es fliegt uns zu sozusagen. Normalerweise. Bis zum Tod. Danach ist dann – kein Jetzt mehr. Sicher? Kein uns bekanntes und vertrautes jedenfalls mehr. Nur: was wissen wir, was kennen wir schon? Ist es nicht auf eine Weise, nach einem Leben voller immer wieder neuer "Jetzt", sehr unwahrscheinlich, dass damit irgendwann ganz und total Schluss sein soll? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass auch nach diesem Leben, nach dem Tod schon wieder ein neues Jetzt auf uns wartet - nachdem wir jeden Tag aufs Neue und täglich tausende Mal in unserem Leben auferstehen von einem Jetzt ins nächste? "Was ist das eigentlich – Auferstehung?" Ist es am Ende, wenn's keins ist, das immerwährende, ewige aufgehoben Sein im großen Jetzt, dass die Religionen gern Gott nennen? Was meint Ihr? Was - glaubt Ihr?